WIEN ZU TISCH - Gloria Wolf, Carmen Posch und Nora Fichtenbauer

Inhaberinnen, Köchinnen und Gastgeberinnen

„Zero Waste ist für uns kein Konzept, sondern Konsequenz. Wir denken jedes Produkt bis zum Ende und übernehmen Verantwortung für alles, was wir auf den Tisch bringen.

Fotos © Celina Novak

Was Gloria Wolf, Carmen Posch und Nora Fichtenbauer verbindet, lässt sich nicht auf die Freude an gutem Essen reduzieren. Es ist die tiefer liegende Liebe zur Kulinarik, zum Gastgebertum und zu jenem besonderen Gefühl, das entsteht, wenn Menschen für einen Moment alles um sich herum vergessen und sich einfach wohlfühlen.

Gloria ist eigentlich Pädagogin, Carmen kommt aus dem Marketing und Nora arbeitet als Prokuristin in einem IT Unternehmen. Drei sehr unterschiedliche berufliche Wege, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Und doch war da bei allen drei immer diese Nähe zum Kochen, zum Gestalten, zum Umsorgen. WIEN ZU TISCH ist daraus entstanden. Es ein reines Cateringunternehmen zu nennen, wird dem Ganzen nicht gerecht.

Alles beginnt mit einem Gespräch

„Wir müssen unsere Kundinnen und Kunden spüren. Erst wenn wir wissen, wer sie sind und mit welchem Gefühl ihre Gäste den Abend verlassen sollen, entsteht ein stimmiges Event.“

Schon im ersten Jahr hatten sie im Schnitt ein Event pro Woche umgesetzt und wurden dabei ausschließlich von Frauen gebucht. Was auffällt, ist ihre Herangehensweise. Die Planung eines Abends beginnt nicht mit einem Menü, sondern mit einem Telefonat. Sie wollen wissen, wer die Person am anderen Ende der Leitung wirklich ist, wie sie tickt und welches Gefühl am Ende des Tages bleiben soll.

Sie lassen sich Fotos der Räume schicken, sprechen über Einrichtung, Licht und Atmosphäre und stellen Fragen, die zunächst überraschen mögen. Haben Sie eine Katze oder einen Hund. Welche Menschen werden an diesem Abend da sein. Freunde oder Geschäftspartner. Und wie sollen diese den Raum wieder verlassen.  Sie müssen ihre Kundinnen und Kunden spüren. Erst dann entsteht ein stimmiges Konzept. Dekoration, Blumen und Installationen sind kein Beiwerk, sondern Teil der Geschichte, die erzählt wird.

Gastgeberinnen mit feinem Gespür

Neben ihrem herausragend guten Essen ist ihre größte Stärke die Art, wie sie Gastgeberinnen sind. Locker, aufmerksam und gleichzeitig höchst professionell. Zu Gast sein darf bei WIEN ZU TISCH wieder Freude machen. Gerade Menschen im Anzug brauchen oft einen Moment, um sich darauf einzulassen. Dann kommen gerne Prüfungsfragen. Zu Produkten, zur Herstellung, zur Inszenierung. Der Zweifel, ob die drei das wirklich alles selbst gekocht und aufgebaut haben.

Ihr Ziel formulieren sie lachend sehr direkt. Den Stock aus dem Arsch holen. Am meisten freut sie jener Moment, wenn ein Obergrieskram mit maximalem Discomfort Faktor in den Abend startet und nach zwei Stunden als überzeugter Fan nach Hause geht.

Inszenierung mit Haltung

Inszenierung ist für Gloria, Carmen und Nora ein wichtiges Vehikel für Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wird bei WIEN ZU TISCH jedes Gericht, jede Skulptur und jedes Produkt bis zum Ende durchdacht. Zero Waste ist keine Marketingidee, sondern Konsequenz. Reste werden weiterverarbeitet, verschenkt, eingefroren und zu einem anderen Zeitpunkt genutzt. Ihr Herz blutet, wenn Lebensmittel nicht geschätzt werden. Deshalb denken sie das gesamte Essen bereits in der Konzeptionsphase bis zum letzten Schritt mit.

Mehr als ein Menüpreis

Aktuell feilen sie an ihrer klaren Positionierung. Oft werden sie mit Menüpreisen der gehobenen Gastronomie verglichen. Dabei wird übersehen, dass sie bei einem privaten Event sämtliche Dienstleistungen auf einmal abdecken. Sie konzipieren, dekorieren, kochen und sind den gesamten Abend vor Ort Gastgeberinnen. Und das an jedem gewünschten Ort.

Ihre größten Erfolge hatten sie dort, wo ihnen und ihrer Kreativität von Anfang an vertraut wurde und sie freie Hand hatten. Auch ihre öffentlichen Pop ups ziehen ein sehr diverses Publikum an. Jung und alt, Design, Kunst, Unternehmerinnen und Ärztinnen. „Hin und wieder veranstalten wir Pop Ups, damit gehobene Küche auch für alle erlebbar wird – denn wir wissen, dass unsere regulären Preise nicht für jede*n passen.“

Nähe statt Etikette

Bei WIEN ZU TISCH darf Brot mit den Händen abgerissen und gemeinsam in dieselbe Schüssel getunkt werden.

„Wir wollen unsere Gäste von eingeübten gesellschaftlichen Normen befreien und bewusst gängige Regeln aufbrechen. Jeder möchte sich umsorgt fühlen, wie bei Freunden zu Besuch.“

Wie es schmeckt

Das Essen bei WIEN ZU TISCH schmeckt nach Comfort Food. Mediterran, italienisch mit österreichischem Einfluss, frisch, bunt und gerne vegetarisch oder vegan. Sie kochen ihre Suppen, Fonds, Gelees und Öle selbst und arbeiten konsequent mit saisonalem Gemüse. Von ihren Kundinnen und Kunden erwarten sie Flexibilität. Wenn ein Produkt nicht verfügbar ist, wird eine Alternative gefunden. Auch hier ist gegenseitiges Vertrauen entscheidend.

Kreativität ohne Druck

Ihre Ideenfindung beginnt lange vor dem ersten Auftrag. Sie nehmen ihre Umwelt wahr. Welche Bäume blühen gerade. Welche Nadelbäume stehen im Saft. Was passiert in der Natur. Oft steht das Konzept bereits nach 15 Minuten im ersten Telefonat. Kreativität entsteht, ohne dass sie es bewusst planen.

Ein Ort, der sich verändert

Ihr Traum ist ein eigenes Kulinarikstudio. Ein Ort, an dem sie ihre Ideen ausleben können, ohne die physisch anstrengende Mobilität ständig bewältigen zu müssen. Kein klassisches Lokal, sondern ein Raum, der sich immer wieder neu erfindet. Genau so, wie WIEN ZU TISCH selbst.

Kontakt

WIEN ZU TISCH bei Carmen & Gloria FlexKapG

CATERING | FOOD STYLING | PRIVATE DINNERS

A-1170 Wien

Hernalser Hauptstraße 90, Top 1

Instagram: @wienzutisch_

wienzutisch@gmail.com

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