Sohyi Kim

Zweifache Restaurantinhaberin, Chef-Köchin, Kim kocht

“Um das Kochen zu lernen, habe ich in jedem Restaurant weltweit gegessen”

Foto: Thomas Schauer
Foto: Thomas Schauer

“Um das Kochen zu lernen, habe ich in jedem Restaurant weltweit gegessen”,

lacht Kim und erzählt, dass sie eigentlich Mode studiert hat, dort aber keine Zukunft sah und durch Zufall die Liebe zum Kochen entdeckte. “Ich habe in allen französischen Michelin-Star Restaurants gegessen, um herauszufinden, was sie zur angeblich weltweiten Hochküche macht. Ab Gang vier war mir, wegen meiner Laktoseintoleranz, immer schlecht, aber ich habe es durchgezogen!”

13 verschiedene Restaurants betrieb Kim in den letzten 27 Jahren in Wien, teilweise drei bis vier Konzepte gleichzeitig. Heute ist sie 60 Jahre alt und steht noch immer täglich in der Küche. Zwischendurch tritt sie in deutschen oder südkoreanischen Fernsehkochshows auf und schreibt Kochbücher.

“Essen muss dem Körper guttun, nicht nur während dem Essen, sondern auch danach!“
Foto: Thomas Schauer

Unsere Gesundheit hat soviel mit gutem Essen zu tun. So wie wir essen, so fühlen wir uns. Ich verstehe nicht, wie so viele Menschen in Österreich gerne Schlagobers und Butter essen können, dazu ein Glaserl Wein trinken und am Schluss noch einen Schnaps. Dann fragen sie sich, warum sie sich nicht wohlfühlen und trainieren wie die Wilden, ändern aber ihren Kochstil nicht!”

Gutes Essen braucht keine Zusatzstoffe und keine Molekularküche. Kim ist ständig auf der Suche nach dem heiligen Gral. Inspiriert wird sie von den Produkten an sich. Im Urlaub kauft sie auf heimischen Märkten ein, lässt sich inspirieren und fragt die alten Verkäufer, wie sie es zubereiten muss, damit es schmeckt! Ihre kindliche Neugier hat ihr schon sehr viele, neue Geschmacksmomente beschert. Ist sie erst einmal von einem Gericht begeistert, kocht sie es so lange nach, bis es wie das Original schmeckt.

Foto: Thomas Schauer

In der Küche versucht sie urtümlichen, koreanischen Rezepten einen neuen Twist zu geben. Das Handwerk der Fermentation hat sie von ihrer Mama gelernt und macht noch heute Miso, Soja- und Fischsaucen selbst. Die Farbe spielt dabei eine essenzielle Rolle. Da der Vorgang der Fermentation die Farbe verschwinden lässt, versucht sie auf verschiedene Weise diese zu erhalten. Sie möchte ihr Gemüse so frisch wie möglich aussehen lassen, daher ist es jedes Mal aufs neue eine Herausforderung. Erst diese Woche hat sie einen Thunfisch gebeizt, der am Ende wie ein italienischer Prosciutto schmeckte. Unglaublich. Auch ihre eingelegten Sardellen für die Fischsauce schmeckten nach sechs Tagen überraschend wie die besten Anchovis. Serviert auf Weißbrot mit Olivenöl und Meersalz, ein Traum.

Die Basis einer jeden guten Küche sind frische Kräuter und gute Öle, etwas Schärfe und Süße, zum Beispiel aus Früchten. Die richtige Balance zaubert eine gewisse Harmonie in jedes Gericht. Dieses Zusammenspiel und dass das Kochen niemals enden wird, fasziniert und begeistert Kim an ihrem Beruf. Ihre Ausbildung in der Modewelt wendet sie bis heute an. Sie komponiert ihre Gerichte genauso nach Farben wie ihre Kleiderkreationen früher.

Foto: Thomas Schauer
“Wenn die Leute glücklich nach Hause gehen, dann habe ich einen richtig guten Job gemacht!”

Einmal kombiniert sie weichere, einmal kräftigere Farben. Sie überlegt sich am Anfang, welchen Verlauf ihr Menü nehmen soll. Eine Auf- und Abbewegung erzeugt Spannung und spielt mit den Geschmäckern. “Wenn die Leute glücklich nach Hause gehen, dann habe ich einen richtig guten Job gemacht!”

Neue Ideen holt sich Kim am liebsten im Museum. Seit Corona malt sie sogar selbst. Die Kreativität sprudelt danach ganz wie von selbst.

Zwei Geschmäcker, die sie unbedingt selbst reproduzieren möchte, sind gegrillte Spaghetti aus Sizilien und Brot aus verbrannten Mehl aus Apulien. Das erste Gericht hat ein Italiener auf YouTube zubereitet. Dieses Grillaroma gepaart mit Olivenöl und sieben verschiedenen Pfeffersorten soll der Wahnsinn sein. Das Rezept für das Brot stammt noch aus Zeiten der Großgrundbesitzer. Die Besitzer ließen das Getreide von ihren Untertanen dreschen. Den Rest verbrannten sie, damit diese nichts stehlen konnten. Da sie jedoch nichts besaßen, sammelten sie das verbrannte Mehl ein und bereiteten sich Brot daraus. Diese regionale Tradition ist bis heute erhalten und wird fortgeführt.

“Aus den Fingern kommt die Kraft und der Geschmack!”
Foto: Thomas Schauer

Ihre Skills möchte sie im Bäckerhandwerk noch ausbauen und das perfekte Croissant backen. Auf die Frage, wie sie das lernen möchte, antwortet sie lachend: “Bist du eine Köchin, dann tu es!”

Hinter ihrem Erfolg steckt eine große Portion Selbstdisziplin. “Es gibt keinen Job, der nur Spaß macht. Man muss auch etwas durchziehen können.” Weiters würde sie noch ihre Freude und Neugier gegenüber Neuem und ihrem Streben nach Innovation anführen.

Mit welcher Frau würdest gerne an einem Tisch sitzen und plaudern?

Mit jeder Frau! Und am liebsten mit meiner Mutter, der ich noch so viele Fragen hätte stellen wollen, wie sie manches genau gemacht hätte.

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Kontakt

Sohyi Kim
Restaurant Kim kocht
Währinger Straße 46
1090 Wien

+43 664 425 88 66

restaurant@kimkocht.at

www.kimkocht.at

 

Kim koch Restaurant

Regional. Inspiriert. Experimentell. Ich koche für jeden Gast wie für einen Freund. Mittags servieren wir im Kim kocht A la carte und – auf Bestellung– ein Tasting-Menü. Abends verwöhnen wir Sie mit einem saisonalen 5 Elemente-Tasting-Menü.

Kim Shop - Vegan und Vegetarisch

Im Kim Shop dreht sich alles um Energie, Freude, Gesundheit und Wohlbefinden, das ich an meine Freunde und Gäste für zu Hause weitergeben will. Mit meiner Marke „KimChi“, gesunden leichten und ausgewählten Produkten und Zutaten, Salzen, Ölen, Gewürzmischungen, für zu Hause. Und es gibt leichte, gesunde Snacks, zum hier Genießen oder als Take-away.