Panel Talk: Frauen machen Hospitality        

Welche Rolle spielt Hospitality in Zukunft? Wie gestaltet man ein gastfreundliches Unternehmensklima? Und was braucht es, damit aus dem „hyper-maskulinen Schweinefleisch-Palast“ (O-Ton Mike Lanner) aka Würstelstand ein neutraler Platz für alle wird? 

Nachbericht von Sarah Somma aka Sarah Satt

Foto © Markterei
Die Zeiten, in denen man zum Begriff „Hospitality“ wie Christine Friedreich einst gefragt wurde, ob man im Spitalswesen arbeite, sind hoffentlich vorbei. Trotzdem ist gelebte Gastfreundschaft längst nicht in allen Branchen und Betrieben angekommen. 
 
Beim Female Chefs Panel zum Thema wurden am 27. März in der Markterei Perspektiven und Erfahrungen geteilt und Vorurteile abgebaut. Denn ob im 4* Biohotel, im Fine Dining Restaurant oder am Würstelstand, „ein öffentlicher Raum ist nicht automatisch ein inklusiver“, weiß Mike Lanner vom Wiener Würstelstand. 
 
Für Christine Friedreich ist Hospitality das Einzige, was wir KI entgegenstellen können: „Das Gefühl, gesehen zu werden, ist heute ein Luxus“. Magdalena Gold von RAU versteht unter dem Begriff die gesamten soft skills – „alles, was sich nicht skalieren lässt“. Sie und ihr Mann zählen zufriedene Gäste und Mitarbeiter*innen zum Profit; eine Perspektive, durch die Gastfreundschaft einen anderen Stellenwert bekommt. 
 
In einem sind sich alle Teilnehmenden einig: Hospitality kann man lernen. Von Führungskräften, die sie vorleben und zulassen, dass jede*r im Team seine Persönlichkeit einbringt, so Marianne Daberer vom gleichnamigen Biohotel. Dabei könne man sich auch etwas von Gen Z abschauen, finden Elke Schmedler von Friedlieb & Töchter und Lanner. Statt eine Rolle zu spielen, gehe die junge Generation offen und interessiert auf Gäste zu und zögere auch nicht, unangebrachtes Verhalten direkt anzusprechen, wissen sie aus ihren Betrieben zu berichten. 
 
Letztendlich schafft man ein gastfreundliches Umfeld nicht nur für seine Gäste und Mitarbeiter*innen, sondern auch für sich selbst, betont Marianne Daberer. Damit dieses langfristig bestehen kann, braucht es bewusst gezogene Grenzen. Denn wer selbst am Limit ist, hat auch keine Kapazitäten auf andere Menschen zu reagieren und abzulesen, was sie brauchen – oder wie Senem Işik von Ährlich noch vor dem Aufsperren mit einer Stammkundin zu plaudern.
Foto © Senem Işık
Foto © Pasted Graphic
Foto © Stefan Wolfsteiner
Foto © BioHotel Daberer
Foto © Servus TV

Am Podium waren:

Christine Friedreich (Friedreich Hospitality), Marianne Daberer (Der Daberer Biohotel), Senem Işık (Bäckerei Ährlich), Elke Schmedler (Café „Friedlieb und Töchter“), Magdalena Gold (Restaurant RAU und Combuchont), Mike Lanner (Wiener Würstelstand) und Karin Stöttinger (Female Chefs)

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