Nina Meyer

Küchenchefin Hotel Ifenblick 

„Frauen brauchen Frauen in ihrem Leben, die denken, dass sie „The big deal“ sind. 

Kein Wettkampf, kein hinterhältiges Getratsche, keine Eifersucht. Nur: Ich liebe dich, ich unterstütze dich, du bist einzigartig – diese Energie brauchen Frauen!“

Fotos: © Dietmar Denger

Essen in Buffetform ist für uns eine ganz eigene Form von Caring. Es ist ein Gefühl wie früher bei Oma, die auch immer alles am Tisch einstellte und jeder durfte in seinem Tempo nehmen, was ihm schmeckte und kombinieren wie er wollte. 

Nina übernahm 2019 in 4. Generation als Köchin die Küche ihres Vaters im Bio Berghotel Ifenblick. „Wir kaufen seit über 20 Jahren ganze Tiere von befreundeten Bauern in der Umgebung und verarbeiten sie komplett.“ 

Die Präsentation in Buffetform hat verschiedene Vorteile für uns: 

  1. Das ganze Tier wird verarbeitet und durch die Möglichkeit der Auswahl am Buffet, dann auch von den Gästen gegessen.
  2. Wir wirken Lieferengpässen entgegen und können sehr flexibel reagieren
  3. Jeder Gast darf, wie er will. Manche essen viel Fleisch, manche lieber viel Gemüse. Alle dürfen in ihrem Tempo entscheiden, wie sie genießen möchten. 

Eigentlich wollte Nina Schauspielerin oder Designerin werden. „Aber seiner Berufung und seinen Genen kommt man nicht aus“, schmunzelt Nina und so kehrte sie zu ihrer Schwester, die das Hotel in 3. Generation leitet, als Küchenchefin zurück. „Ich setzte mich mit ihr und meinem Papa, dem Küchenchef zusammen und wir besprachen, wie eine Übergabe funktionieren könnte. Mein Papa meinte, wir machen eine dreijährige Übergangszeit. Ich meinte nur: Mhmm. Darauf meinte er, es ist wohl besser, du übernimmst gleich“ und damit übergab er mir die Küchenleitung innerhalb kürzester Zeit. Jetzt arbeiten wir gemeinsam in der Küche. Ich an der Front und er in zweiter Reihe, als meine zuverlässige, rechte Hand. Außerdem ist mein Bruder, der Bäckermeister, mit uns in der Küche. Auch er ist eine extrem verlässliche Bank und Stütze für mich.“

Ninas Ausbildung führte sie von der Hotelfachschule in Bludenz, über zwei, drei Jahre in der Sternegastronomie in Vorarlberg, nach Zürich, wo sie eine weitere Hotelausbildung absolvierte, nach Hause zurück. Nach zwei Kindern arbeitete sie über fünf Jahren in einer Montessori Schule als „Hauswirtschaftslehrerin“ und entwickelte das Konzept „Freies Kochen“, bei dem Kinder zwischen 5 und 18 Jahren in die offene Küche kamen und kochen durften. Eine Jungengruppe ist ihr bis heute in lieber Erinnerung. „Sie kochten jeden Tag Nudelsuppe, nicht nur, weil der Geschmack zuverlässig jeden Tag der gleiche sein würde, sondern auch, weil es schnell und gut funktionierte. Sie präsentierten dieses Gericht sogar in ihrer Abschlussarbeit“, lacht Nina.

„ Ihre kulinarische Heimat nährt sich aus ihren weit gefächerten Wurzeln."

Ihre kulinarische Heimat beschreibt sie zwischen Mett-Brötchen, Dim Sum und Kässpätzle. 

„Ich bin im Hotel aufgewachsen. Für mich hat keiner mehr zu Mittag gekocht, seit ich 7 Jahre alt war. Ich wusste, was in den Mis eu place Laden in der Küche ist und habe mir z.B. Schweinefilet selbst gebraten und dazu Spätzle und Soße heiß gemacht.“ Ihre kulinarische Heimat nährt sich aus ihren weit gefächerten Wurzeln. Vorarlberg, Mitteldeutschland, Ostpreußen, Schlesien und die Kochkünste ihres Vaters, der sehr klassisch kocht. Dazu kommen die Einflüsse von ihren Kochstationen und wie sie sagt: viel TV, Dokus, Serien, Filme.

Im Hotel koche ich zu ⅔ Klassiker der alpinen und deutschen Küche und zu ⅓ extravagante Fusion Kitchen. Jedes Gericht mit 100 % Biolebensmitteln. Dabei ist mein Anspruch: Unsere Gäste sollen nicht nur satt sein, sondern ich möchte ihren Körper, Geist und Seele nähren. Sie sind im Idealfall zufrieden und lächeln. Wichtig dabei ist mir auch, dass ich die Balance zwischen den Erwartungen der Gäste, die ins Allgäu kommen, erfülle und dabei einen gewissen Weitblick und Offenheit/Freiheit behalte, Aromen, Techniken und Gerichte zu komponieren, wie ich Spaß daran habe. Mir wird’s sonst langweilig. 

Eine Herausforderung, der sich Nina auch immer wieder stellen muss, ist das Finden von Menschen, die gerne mit ihr kreativ arbeiten möchten und eine Pingpongpartnerin darstellen, um selbst weiterzuwachsen. 

Ich bin unglaublich gerne Küchenchefin, nicht weil ich Chefin sein möchte, sondern weil ich ein gesamtes Team leite, mich um den ganzen Prozess von der Bestellung bis zur Ausgabe am Buffet kümmere, den kreativen Part habe und gleichzeitig wissen muss, wie ich mit dem Geld, das mir zur Verfügung steht, die Lebensmittel erhalte, mit denen ich kochen möchte. Ich genieße den Moment, wenn ich 20 Kilo Kartoffeln schäle und meinen Gedanken nachhängen kann genauso, wie den Austausch mit unseren Gästen am Buffet, nach einer Stunde Stress in der Küche. Corona hat mir gezeigt, dass mein Beruf ein wichtiger Teil von mir ist und meine Schwester, als Chefin, ermöglicht mir, meine kreativen Ideen auch umzusetzen und nicht nur im Kopf hin und her zu schieben.“

Über ihre Teilnahme bei The Taste sagt Nina Meyer: Es war eine so großartige Erfahrung all diese wunderbaren Köchinnen zu treffen und mit „like minded Menschen“ zusammen zu sein. Im Team Rot unter der Leitung von Coach Tim Raue ist etwas so Großartiges passiert, etwas von dem ich bis dahin immer nur gelesen hatte. Die Aussage: Frauen brauchen Frauen in ihrem Leben, die denken, dass sie „The big deal“ sind. Kein Wettkampf, kein hinterhältiges Getratsche, keine Eifersucht. Nur: ich liebe dich, ich unterstütze dich, du bist einzigartig – diese Energie brauchen Frauen! Und während dieser Kochshow und diesem Wettkampf habe ich genau das erlebt. Frauen, die sich gegenseitig gefeiert haben, dafür, dass sie cool, stark, fantastisch sind. Mein Herz quillt über, wenn ich daran denke. 

Und über den Sternekoch Tim Raue kann Nina sagen: Es war eine Wohltat, mit Tim zusammenzuarbeiten. Er hat etwas gemacht, was ich davor noch nie von einem Küchenchef erlebt habe. Er hat uns mit großzügigem Wohlwollen quasi übergossen, damit das, was anderen Orts als „sperrig“ empfunden wird, nämlich unsere Kreativität, Einzigartigkeit, vielleicht auch unsere Verrücktheit wächst und strahlt.

Das ist, was ich mir wünsche: Frauen, die sich gegenseitig feiern und Küchenchefinnen und Küchenchefs, die mit Wohlwollen die einzelnen Talente in ihren Teams bestärken. 

Mit welcher Frau aus der Kulinarik Branche arbeitest du gerne zusammen?

Mit Renate – Scheunenwirtin in Bartholomä, Theresa – Krone in Au, meiner Schwester Bianca und unserer Mama, Marlene – Weißes Kreuz in Feldkrich, Nadja, Ninia… ach es gibt so viele Tolle, von denen ich lerne und die mich fördern, fordern, tragen, inspirieren.

Mit welcher Frau würdest du gerne an einem Tisch sitzen und plaudern?

… immer wieder gerne mit Renate Liebe. Wir haben uns vor Jahren nicht gesucht, aber in zwei KöchInnenorgansiationen gefunden. Es ist: Match made in heaven. 

Themen

Ich hatte noch nie den Auftrag, jemanden überzeugen zu wollen. Ich würde gerne zeigen, dass Dinge zu tun immer besser ist, als nur über Dinge zu sprechen und dass das Leben nicht kompliziert sein muss, es aber Höhen und Tiefen beinhaltet und die Hoffnung einen durchtragen kann. 

Außerdem würde ich gerne über Klamotten und Essen in Kombination sprechen, so wie bei  Sex in the city. 

Kontakt

Nina Meyer

Berghotel Ifenblick

Gschwend 49

87538 Balderschwang

Deutschland 

Telefon: 0049 – 8328 / 9247-0

info@berghotel-ifenblick.de

www.berghotel-ifenblick.de