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Hermine Sambi
Inhaberin / Chefköchin bei LÓSÓ – West und Zentralafrikanische Fusion Pop-ups und Caterings
„Ich möchte die West- und Zentralafrikanische Küche genauso bekannt machen wie die thailändische oder indische Küche!“
„Offenheit gegenüber Neuem ist der erste Schritt, um diese Welt kennenzulernen.“
Für Hermine Sambi ist Essen immer mehr als nur Nahrung. Es ist Verbindung, Kultur und Geschichte. Aufgewachsen in Graz mit kongolesischen Wurzeln, lernte sie früh, wie stark Gemeinschaft, Familie und gemeinsames Kochen Menschen prägen. „Bei uns in Afrika ist man niemals alleine. Community ist alles.“ Dieser Gedanke begleitet sie bis heute – in ihrer Küche, bei ihren Gästen und in ihrer Vision für die Zukunft.
Schon als Kind beobachtete sie, wie ihre Mutter und Tanten Blattgemüse, Wurzelgemüse und Gewürze zu Gerichten kombinierten, die aus wenig Zutaten unglaublich aromatisch wurden. „Viele Menschen wissen gar nicht, welche Vielfalt wir eigentlich haben. Spinat ist nicht gleich Spinat. Wir nutzen Süßkartoffelblätter, Kasavablätter und Sauerampfer – jede Sorte bringt ihren eigenen Geschmack.“ Dieses Wissen möchte Hermine bewahren und an die nächste Generation weitergeben, auch an ihre eigenen Kinder.
Nach der Geburt ihrer Zwillinge kehrte Hermine in die Gastonomie (Cafe Mayer) zurück, in der sie schon während ihres Studiums arbeitete, doch schnell wurde klar: Sie will eigene Wege gehen. 2025 gründete sie LÓSÓ, ihr West – und Zentralafrikanisches Catering bei dem es genauso 2x im Monat Pop-up im Restaurant Aux Gazelles Wien stattfinden, das inzwischen regelmäßig Gäste begeistert. Mit ihrer Mutter zeigt sie dort die Vielfalt der west- und zentralafrikanischen Küche. Dabei überrascht sie viele: die Gerichte sind oft vegan oder vegetarisch, aromatisch, kreativ – und zeigen, dass afrikanisches Essen schon immer pflanzenbasiert ist, Fleisch oder Fisch nur Ergänzung.
„Unsere Leute leben so lange, weil sie von Kleinbauern und frischen Produkten leben. Wer offen ist, merkt, wie gut das schmeckt.“
Hermine möchte mit ihren Pop-ups nicht nur Geschmack vermitteln, sondern auch Wissen. Viele Produkte, die sie verwendet, kennen die meisten hierzulande nicht: die vielen Sorten von Spinatblättern, Süßkartoffel- oder Kasavablätter, Maniok oder Yamwurzeln. „Mir ist wichtig, dass dieses Wissen nicht verloren geht und dass Menschen offen sind für Neues. Wer nichts wagt, weiß es auch nicht.“
Jedes Gericht, das sie zubereitet, erzählt eine Geschichte. Ihr persönlicher Favorit ist Pondu, ein kongolesischer Eintopf aus zerstampften Kasavablättern, Auberginen, milde Pepperoni und weiteres Gemüse verfeinert mit Gewürzen, serviert mit Reis oder Maniokwurzel.
„Man schmeckt die Liebe, die in jedes Gericht fließt.“
Bei ihren Pop-ups bietet sie unter anderem vegane Alternativen an, bei denen Bananenblätter mit einer Mischung aus Melonensamen, Knoblauch und Pilzen gefüllt und gegart wird, anschließend in Schnitten geschnitten und den Gästen serviert werden eine Überraschung für viele.
„Es ist das Menschliche, das uns verbindet. Auch in Top-Lokalen arbeiten nur Menschen, die ihr Bestes geben. Das darf man nie vergessen.“
Hermine verbindet Tradition und Innovation. Sie wünscht sich, ihre kongolesischen Wurzeln in Zukunft auch mit steirischen Zutaten zu kombinieren, um zu zeigen, wie Kulinarik Kulturen verbinden kann. Gleichzeitig denkt sie über ein eigenes Lokal nach, möchte aber erst Erfahrung sammeln, wachsen und ihre Vision festigen.
Abseits der Küche lebt sie ihre Werte: Familie, Communitycare und bewusste Zeit miteinander. Spieleabende ohne Handys, gemeinsames Kochen, das Bewahren alter Techniken all das ist ihr wichtig. „Es ist das Menschliche, das uns verbindet. Auch in Top-Lokalen arbeiten nur Menschen, die ihr Bestes geben. Das darf man nie vergessen.“
Hermine steht für Geschmack, Wissen und die Freude daran, Kultur und Küche lebendig zu halten. Sie möchte Menschen zeigen, dass west und zentralafrikanische Küche Vielfalt, Tiefe und Liebe bedeutet und dass Offenheit gegenüber Neuem der erste Schritt ist, um diese Welt kennenzulernen.
Eine Frau, die hier porträtiert werden sollte?
- Elisabeth Johan, Schloss Vasoldsberg
Themen, über die Lisa gerne spricht:
- Communitycare
- Narrative in der Gesellschaft