Anna Burghardt

Foodjournalistin für Magazine und Zeitungen in Österreich, Deutschland, Schweiz: Die Presse, Die Presse Schaufenster,  A la Carte, FAZ, NZZ,…

Fotos © Anna Burghardt (mit Ausnahme des Porträts)
Foto © Carolina Frank

Anna Burghardt ist aus der österreichischen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Als Foodjournalistin kocht, reist und schreibt sie für Magazine und Zeitungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Ihre Artikel sind stets fundiert und zeugen von sehr viel Erfahrung. Sie besucht die angesagtesten Events und ist Trendsetterin in der Branche. Nebenbei kocht sie mit einem unglaublich vielfältigen kulinarischen Verständnis und teilt ihre Ergebnisse auf Instagram. 

Ich freue mich sehr, sie hier porträtieren zu dürfen. Aus Zeitgründen erfolgte das Interview schriftlich. Danke für deine offenen Antworten.

"Woher mein Wissen stammt? Augen auf, Ohren auf, Hirn ein."

Bitte beschreibe dich kurz selbst:

Tatsächlich Foodjournalistin seit 2007, Foodjournalistin in Gedanken seit dem Alter von zwölf Jahren. Auch bekannt als die Frau, die alles isst. Mutter zweier kleiner Kinder. Liebt hochwertiges Frittiertes (keine Pommes frites) und findet, dass Butter alles besser macht.

Daher: #inlovewithfriedfoodforever und #thebutterthebetter

Du verfügst über ein unfassbar großes kulinarisches Wissen! Was hat deine Leidenschaft entfacht, woher nimmst du dein Wissen und auf welchem Weg entdeckst du gerne Neues? 

Ich habe als Kind schon Gusto-Hefte auswendig gelernt und mit zwölf mein erstes Soufflé gemacht. Meine Diplomarbeit auf der Universität für angewandte Kunst habe ich dann über den Molekularkoch Ferran Adrià geschrieben. 

Woher diese Leidenschaft für Essen stammt, kann ich nicht sagen. Woher mein Wissen stammt? Augen auf, Ohren auf, Hirn ein – überall und quasi schon immer. Oft sind es Nebenbemerkungen, die mich zu einer neuen großen Story führen.

Welches Gericht hat dich zuletzt geschmacklich tief berührt, egal wie einfach es scheinen mag?

Udon-Nudeln mit Butter und Sojasauce, nach dem allgegenwärtigen Reis mit Butter und Sojasauce im Roman „Butter“ von der japanischen Autorin Asako Yuzuki. Das habe ich nach der Lektüre eine Zeitlang fast täglich gegessen. Außerdem: meine Rhabarber-Pakoras mit Curryblättern, federleichte, animierend säuerliche frittierte Happen nach indischem Vorbild.

Du kochst selbst unglaublich facettenreich. Auf welchem Weg eignest du dir neue Skills an?

Ich lese Kochbücher wie andere Leute Romane, gerade die Rezepte; da bleibt wohl einiges hängen. Gewisse Details eigne ich mir mittlerweile auch über Instagram an, anderes kommt über den Austausch mit befreundeten Kochbegeisterten. Für mein Aromengedächtnis darf ich wohl dankbar sein, Kochkurse besuche ich nicht.

Auf welchem Gebiet möchtest du deine persönlichen Fähigkeiten noch weiter ausbauen?

Ich kenne mich bei Wein viel zu wenig aus, kann keine schönen Knödel formen und Germteig ist mein Feind.

 

Welche Zutat, welches Geheimnis steckt hinter deinem Erfolg?

Meine Kocherfahrung leistet mir wohl auch im Foodjournalismus gute Dienste. Durch meine künstlerische sowie kunst- und designtheoretische Ausbildung nehme ich Essen und Trinken facettenreich und auch aus anderen Blickwinkeln wahr.

Plus: Ich bevorzuge eine saftige, assoziationssatte Sprache statt leerer Phrasen wie „Feuerwerk der Aromen“.

Mit welchen Frauen aus der Kulinarikbranche arbeitest du gerne zusammen?

Ich schätze etwa den Austausch mit Nina Mohimi und befreundeten internationalen Journalistinnen wie Malgosia Minta aus Warschau alias @mintaeats (die auf ihrer Homepage unter #girlpower übrigens zahlreiche Restaurants anführt, die von Frauen geleitet werden).

Mit welcher Frau würdest du gerne einmal an einem Tisch sitzen und plaudern?

Mit der Autorin Alison Roman würde ich gerne über undogmatisches Kochen plaudern, Vicky Bennison würde ich gerne einmal treffen, um ihr zu sagen, wie sehr ich sie um ihr Projekt „Pasta Grannies“ beneide, und den Kochbuchkoryphäen Fiona Dunlop und Claudia Roden würde ich ehrfurchtsvoll zuhören. 

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